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Aus der Baustellenpraxis Glastextilarmierung in Nivellier- und Ausgleichsmassen

Innovation ohne viel Spektakel

Dass sich auch stark geschädigte Untergründe über Nacht und ohne Rückbau für die Aufnahme neuer Beläge vorbereitenlassen, hätte kein Bodenleger vor zehn Jahren für möglich gehalten. Dr.-Ing. Owe-Karsten Lorenz, Sachverständiger für Baustoffchemie und -technologie aus Speyer, erklärt, was glasfaserverstärkte Spachtelmassen heute alles können.

 

Früher hätte der ganze Bodenaufbau dran glauben müssen.

Heute kommen hochfeste Einzelfasern und textile Strukturen aus alkaliresistentem Glas zum Einsatz, die für die Verstärkung von Fließmörteln auf Zementbasis entwickelt wurden. Zunächst gab es nur Kurzfasern die für die herkömmlichen Anwendungen in erdfeuchtem sowie steifplastischem Beton oder Zementestrich geeignet waren.
Der Siegeszug der Glasfaserarmierungsprodukte in der Bodensanierung begann mit der Anpassung an das Fließverhalten von Nivelliermassen.

  Material und Zeit
gespart


Die speziell auf die physikalischen und chemischen Eigenschaften von Fließmörteln ausgelegten Faseroberflächen gestatten einerseits das Beimischen großer Mengen Kurzfasern in die Frischmörtel sowie andererseits das Einlagern der textilen Armierungsstrukturen in die Spachtelschicht – ohne deren Fließfähigkeit, Nivellierbarkeit und Entlüftung einzuschränken. So wird eine sehr wirkungsvolle Verstärkung der Ausgleichschicht er
zielt, welche zur
 

weitreichenden Stabilisierung selbst extrem gerissener, labiler sowie biegeweicher Untergründe führt.

Wegen der hohen Verformungssteifigkeit stellen Glasfasern in der Feinmörtelschicht eine Armierung dar, die effizient das Durchschlagen von Rissen aus dem Untergrund verhindert.

Die Zugfestigkeit der Glasfasern beträgt mindestens 1.000 Newton pro Quadratmillimeter. Mit mehr als 70.000 Newton pro Quadratmillimeter ist ihr E-Modul mehr als doppelt so hoch wie das der erhärteten Nivelliermasse. Zusammen mit einer aussteifenden

  Wirkung der Ausgleichsschicht werden auch Biegeverformungen schadlos aufgenommen. Nach einigen Jahren erfolgreicher Erprobung haben die Bodenleger die Vorteile dieser neuartigen Sanierungsmethode erkannt: Neben der Materialersparnis ergibt sich ein enormer Zeitgewinn, der insbesondere bei eiligen Aufträgen im Vordergrund steht. Ein gutes Wochenende reichte in den vergangenen Jahren in zahlreichen Fällen aus, um ein komplettes Ladengeschäft neu zu gestalten.
Grund:
Der vorhandene Unterbau Fortsetzung Seite 2
     
 

1) Nivellieren und
Entlüften des


Ausgleichspachtelmörtels auf der lose aufgelegten Textilarmierung aus bidirektionalem Gelege endloser Glasfaserstränge sowie aufliegender Matte aus 50 Millimeter langen, ungerichteten Glasfasern.

 

 

 

2) Verlauf einer Verformungsprüfung

an einem fünf Millimeter dicken Prüf Prüfkörper einer Nivellierspachtelmasse, die mit bidirektionalem Glasfasergelege verstärkt ist: Neben der Vervierfachung der Biegezugfestigkeit ist die Bruchdehnung im Vergleich zum unverstärkten Möbel mehr als 200-mal so groß.

 

       

3) Textilarmierte, bis acht Millimeter dicke Ausgleichsspachtelung auf beheiztem Betonboden im Kunstgebäude Stuttgart, der diverse Risse über Kanälen und entlang von Arbeitsfugen aufwies. Das Bild zeigt die Verlegung des bidirektionalen Geleges auf der abgetrockneten Haftbrücke.

 

 

4) Glastextilarmierung einer fünf Millimeter dicken Ausgleichsspachtelung auf Holzparkett zur Aufnahme eines elastischen Belags in Räumen eines Kasernengebäudes. Die auf der getrockneten Grundierung ausgelegten Bahnen der CS-Matte wurden in den Fließspachtel eingebettet. Der Fließspachtelmasse waren bis zu zwölf Millimeter lange Kurzglasfasern beigemischt.

 



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